Die Geschichte der Schraube - alte aber bewehrte Technik!


Das älteste bekannte schraubenförmige technische Gebilde ist die Archimedische Schraube, die als Pumpe (genauer: Schneckenförderer) für Flüssigkeiten dient. Sie wurde durch den griechischen Mathematiker Archytas von Tarent (428–350 v. Chr.) beschrieben, ob sie aber, wie von einigen Wissenschaftlern postuliert,[1] schon im 7. Jahrhundert v. Chr. zur Wasserversorgung der bisher archäologisch nicht nachgewiesenen Hängenden Gärten von Babylon bzw. Ninive verwendet wurde, ist umstritten.[2]

 

Im 1. Jahrhundert v. Chr. waren Schrauben aus Holz im Mittelmeerraum zur Kraftverstärkung in Öl- und Weinpressen verbreitet. Hier wurde zum ersten Mal das Prinzip der Schraube als Verbindungselement verwendet.

Siehe auch: Technik in der Antike

 

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden schon Metallschrauben in Europa gefertigt, die sich aber wegen ihres hohen Preises nicht durchsetzen konnten. Erst die Industrialisierung im 18. Jahrhundert ermöglichte die preiswerte und massenhafte Herstellung und weite Verbreitung von Schrauben. Nachfolgend eine Zeittafel der neuzeitlichen Errungenschaften:

  • 1744: Erfindung eines Bits mit flacher Klinge für eine Art Handbohrmaschine, Vorgänger des Schraubendrehers.
  • 1770: Der englische Werkzeugmacher Jesse Ramsden (1735–1800) baut die erste zufriedenstellende Drehmaschine.
  • 1797: Der britische Ingenieur Henry Maudslay (1771–1831) lässt sich eine Gewindeschneidmaschine patentieren.
  • 1798: Der Amerikaner David Wilkinson lässt sich eine ähnliche Maschine in den USA patentieren.
  • ab 1800: Herstellung und Verwendung von Hand-Schraubendrehern.
  • 1908: Der Kanadier Peter Lymburner Robertson (1879–1951) führt den Schraubenkopf mit Innenvierkant „Robertson-Schraube“ ein, der in den Vereinigten Staaten von Amerika zum Standard wird.
  • 1930er: Der Amerikaner Henry F. Phillips kauft das Phillipsschrauben-Patent von J. P. Thompson (patentiert 1933) für einen Kreuzschlitz-Schraubenkopf.
  • Während des Zweiten Weltkrieges wurden Gewinde international standardisiert, so dass einheitliche Teile in allen Ländern der Alliierten hergestellt und verwendet werden konnten.

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