Silberfische bekämpfen - so geht's!

Trotz ihrer geringen Größe von rund einem Zentimeter ekeln sich viele Menschen vor den kleinen Tierchen und wollen diese unbedingt loswerden. In diesem Artikel finden Sie einige Tipps wie Sie Silberfischchen bekämpfen und loswerden, ganz ohne Chemie.

 

Mit Fischen haben die Silberfische übrigens nichts zu tun, sie heißen in Wirklichkeit Silberfischchen und gehören zur Insekten-Ordnung der Fischchen. Da sie Zucker lieben, werden sie auch oft als Zuckergast angesprochen. Neben Zucker lieben die Silberfische auch Schimmel und ernähren sich sogar von diesem. Die Insekten ernähren sich außerdem noch von vielen weiteren, vor allem stärkehaltigen Stoffen. Bekommen Sie mal nichts zu fressen, so können sie dieses monatelang überstehen.

 

Um Silberfische dauerhaft loszuwerden steht das richtige Lüften an erster Stelle. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Bildung von Schimmel, was die Silberfische wiederum lieben. Betroffene Räume sollten zwei- bis dreimal täglich gut durchgelüftet werden. Hierzu öffnet man die Fenster für 10 Minuten komplett. Wenn möglich, ist es ratsam Fenster im gegenüberliegenden Raum ebenfalls zu öffnen und für Durchzug zu sorgen.


Gerade im Badezimmer ist ein richtiges lüften allerdings häufig nicht möglich, da innenliegende Badezimmer über keine Fenster verfügen. Feuchte Badetücher und Badelaken sollten deshalb auf keinem Fall direkt im Bad, sondern in besser belüfteten Räumen oder im freien getrocknet werden. Zudem sollte man auch die Tür zum Bad so oft wie möglich offen stehen lassen. Da sich Silberfische gerne in Fugen oder Ritzen verkriechen, sollte man auch hier Abhilfe leisten und diese so gut wie möglich verschließen und den Tierchen jegliche Rückzugmöglichkeiten nehmen.

Da Silberfische sich stark von stärkehaltigen Lebensmitteln angezogen fühlen, lassen sich diese auch gut mit einer Kartoffel anlocken und fangen. Hierzu halbiert man einfach eine Kartoffel und kerbt die Schnittstellen mit einem Messer ein. Nun legt man ein Stück Frischhaltefolie auf den Boden und die gekerbte Kartoffel mit der Schnittstelle nach unten auf die Folie. Die Silberfische werden sich in der Kerbe gut getarnt wohlfühlen und mit der Nahrungsaufnahme beginnen. Nun kann man die Tiere entfernen. Wiederholt man den Vorgang mehrfach, sollte man bald Ruhe haben.

Was sind überhaupt Silberfische?


Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) ist ein flinkes, lichtscheues und flügelloses Insekt, das seinen Namen durch seinen silbergrauen, stromlinienförmigen Körper bekam. Auf die Vorliebe für Kohlenhydrate wie Zucker oder Stärke gehen der wissenschaftliche Name und die Bezeichnung Zuckergast zurück.

Es gehört zur Ordnung der Fischchen (Zygentoma), die wahrscheinlich seit 300 Millionen Jahren existiert.

Die Körperlänge ohne Anhänge beträgt etwa einen Zentimeter. Die Fühler sind lang und fadenförmig, und die Füße bestehen aus zwei, drei oder vier Gliedern. Der metallische Glanz wird durch die Bedeckung mit silbrigen Schuppen hervorgerufen, die nach der dritten Häutung auftreten. Die Tiere haben zwei vordere Tastfühler sowie am Hinterleibsende drei Schwanzanhänge (Cerci und Epiproct), die ebenfalls berührungsempfindliche Sinnesorgane darstellen.

Lebensraum

Silberfischchen kommen ebenso wie das Ofenfischchen (Thermobia domestica) und das Geisterfischchen (Ctenolepisma calva) in menschlichen Behausungen vor. Sie sind nachtaktiv und äußerst lichtscheu. Bei Tage halten sich die Tiere in dunklen Ritzen und Fugen, hinter Sockel- und Scheuerleisten und losen Tapeten versteckt. Silberfischchen bevorzugen Wärme und benötigen höhere Luftfeuchtigkeit; oft sind sie in Küchen, Bädern und Waschküchen anzutreffen. Optimale Bedingungen liegen bei 20 bis 30 °C und 80 bis 90 % relativer Luftfeuchte. Man findet sie insbesondere unter Kühlschränken und in gut geheizten Toilettenräumen, wenn die Bodenfliesen Risse und Spalten aufweisen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Insekten eröffnen im Dunklen das Paarungsritual mit einem Tanz des Männchens; anschließend laufen Männchen und Weibchen erregt umher. Schließlich legt das Männchen ein Spermienbeutelchen (Spermatophore) unter einem selbstgesponnenen Gespinst auf dem Boden ab. Das Weibchen nimmt es auf (indirekte Spermatophorenübertragung) und befruchtet damit die Eier. Silberfischchen entwickeln sich ohne Metamorphose und pflanzen sich bis zu ihrem Tod fort.

Zum Erwachsenwerden benötigt das Silberfischchen, je nach Lebensbedingungen, mindestens vier Monate, manchmal auch bis zu drei Jahre. Bei Zimmertemperatur entwickelt es sich etwa innerhalb eines Jahres zu einem ausgewachsenen Insekt, das ein Alter von zwei bis acht Jahren erreichen kann. Ein geschlechtsreifes Silberfischchen hat etwa acht Häutungen durchlaufen. Auch danach finden noch bis zu vier Häutungen pro Jahr statt, weil das Tier weiter wächst. Das Weibchen legt etwa zwanzig Eier bevorzugt in Spalten und Ritzen ab, wenn dort die Temperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius liegt. Bei Kälte und Trockenheit ist keine Vermehrung möglich.

Nahrung und Fressfeinde

Silberfischchen suchen ihre Nahrung im Dunkeln und bevorzugen stärkehaltige Stoffe oder Dextrin in Klebstoffen: Kleister, Bucheinbände, Fotos, Zucker, Haare, Hautschuppen und Hausstaubmilben. Aber auch Baumwolle, Leinen, Seide, Schimmelpilze, Papier und Kunstfaser verschmähen sie nicht, ebenso wenig wie tote Insekten oder eigene Exuvien (abgestreifte Haut). Silberfischchen gehören zu den wenigen Tiergruppen, die körpereigene Cellulasen besitzen, also zum Verdauen von Cellulose nicht auf Endosymbionten angewiesen sind. Durch ihren Schabe- und Lochfraß können sie Lederwaren und Kunstfasergewebe beschädigen. Sie können über einen Zeitraum von mehreren Monaten hungern, ohne Schaden zu nehmen. Als Fressfeind des Silberfischchens ist der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) bekannt. Auch Spinnen gelten im häuslichen Bereich als Prädatoren der Art.

 

Nützling

Vereinzelt in Bad oder Küche auftretende Silberfischchen sind harmlos. Ein extremer Befall kann auf ein Feuchtigkeitsproblem und Schimmelbefall hindeuten. Die Silberfischchen sind hier nur ein Warnsignal. Sie mildern sogar den Schimmelbefall, da sie sich von diesen Pilzen ernähren. Außerdem fressen sie Hausstaubmilben, die beim Menschen Allergien auslösen können. Daher sind sie auch als Nützlinge zu betrachten. Sie sind keine Krankheitsüberträger; eine Bekämpfung ist aus hygienischer Sicht nicht erforderlich.

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Kommentare: 2
  • #1

    Siilberfischchen im Bad (Samstag, 28 Oktober 2017 13:48)

    Die beste Methode ist meiner Meinung nach, die Silberfische mit Klebefallen einzusammeln.

    Das ist zwar mühsam und man muss immer mal wieder Klebefallen aufstellen. Jedoch rate ich dringend vom Einsatz von chemischen Mitteln ab, da diese nicht nur für Haustiere, sondern auch für Kleinkindern enorm gesundheitsschädlich sein können.

    Außerdem sind Silberfische Überlebenskünstler. Nach einem Einsatz von chemischen Mitteln hat man dann vielleicht 3-4 Wochen Ruhe - wenn sie jedoch schonmal in der Wohnung eingenistet haben, sind sie nicht wieder loszubekommen. Denn ein paar wenige Silberfischchen überleben den Chemieangriff immer.

    Hausmittel können zwar alternativ eingesetzt werden, halten in Ihrer Wirkung jedoch nicht das, was sie versprechen.

  • #2

    Silberfische bekämpfen (Sonntag, 21 Januar 2018 10:34)

    Meiner Erfahrung nach, sollte man abwägen, in welchem Raum der Befall stattfindet. Im Bad kann man durchaus mal zu einem Spray greifen, in Küche und Schlafzimmer würde ich auch mit Klebefallen arbeiten. Hausmittel wie Backpulver und Kartoffeln sind zwar günstig, bekämpfen aber meist nur die Spitze des Eisbergs. Grad wenn die Silberfische Eier gelegt haben, macht es sinn, ein Spray auf den Nistplatz zu sprühen.